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Das Museum
Freigelände
Das Freigelände
Das Wohnstallhaus
Vom Pfostenloch zum Wohnstallhaus – Ausgrabung und Rekonstruktion
Die 2007 mit Laien durchgeführte Lehrgrabung wurde von Dr. Christel Bücker geleitet und als Kurs von der VHS Nördlicher Breisgau in Kooperation mit der Sparkassenstiftung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, dem Museums- und Geschichts-verein Vörstetten und dem Regierungspräsidium Freiburg, Referat archäologische Denkmalpflege, veranstaltet. Die Grabung konnte zwar nicht 100prozentig den erhofften Nachweis erbringen, da nicht alle notwendigen Pfostenlöcher gefunden wurden. Einige große Pfostenstellungen sind wahrscheinlich durch die intensive Beackerung zerstört worden. Die ausgegrabenen Pfostenlöcher stützen jedoch insgesamt die Hypothese des vermuteten nordgermanischen Wohnstallhauses (vgl. Christel Bücker, Archäologiewerkstatt): (Archäologische Ausgrabung Vörstetten Grub 2007 – Grabungsbericht). Auf der Grundlage dieser Ausgrabungen wurde im September 2007 mit der Rekonstruktion des Wohnstallhauses auf dem Freigelände des Alamannen-Museums
begonnen. Unter der Leitung des Archäologen Dr. Christian Maise entstand ein dreischiffiger Pfostenbau mit einer Länge von 16 m und 6,60 m Breite. Die Innenpfosten sind 0,80 - 0,90 m tief in den Boden eingelassen, die Außenpfosten 0,40 – 0,50 m. Die Wandpfosten sind wie bei den Häusern der Feddersen Wierde nicht in die Wand integriert. Diese Trennung von Wand und außerhalb stehenden Wandpfosten ist auf dem Grabungsfoto deutlich erkennbar. Es ergibt sich eine durchlaufende Lehmflechtwand, die das Flechten mit den Weidenruten erheblich vereinfacht. Die Weidenruten wurden um Eichenstangen gewunden und sind mit Strohhäcksel gemischten Lehm verputzt. Als Schutz gegen Regen werden sie mit einer Kalkmilchschicht gestrichen.
Der Fußboden besteht aus gestampften Lehm. Das Haus ist unterteilt in einen Wohnbereich und einen Stallbereich für das Vieh. In der Mitte des Wohnbereiches befindet sich die Feuerstelle. Das Haus hat keinen Kamin, der Rauch entweicht durch das
Dach, das mit Reet (Schilf) gedeckt wird. Das Schilf für die Dacheindeckung kommt vom Neusiedler See. Das Dach hat eine Dachneigung von 54 Grad. Die Hausecken sind leicht abgerundet, da die Wände über Eck geflochten sind. Das Haus hat drei Eingänge, an der Querseite im Stallteil einen 1,00 – 1,20 m breiten und zwischen Stall- und Wohnteil an der Längsseite zwei gegenüber liegende Eingänge von je 0,80 – 1,0 m Breite. Gleich breit ist die Innentür zwischen Viehstall und Wohnteil. Zum Stallteil hin befindet sich im Mittelschiff ein rund 1,50 m breiter, leicht erhöhter Mittelgang. Er wird auf beiden Seiten durch eine 10 – 20 cm tiefe Jaucherinne gesäumt. Die Standplätze für das Vieh reichen über den Mittelpfosten 10 – 20 cm ins Mittelschiff hinein, sind aber nur 1,50 m lang. Der Wohnbereich war in der frühalamannischen Zeit mit Betten, Truhen, Tisch und Hockern bzw. Bänken eingerichtet. Ein solches, heute ungewohntes Haus hat sich nachweislich über mehr als 1000 Jahre bewährt.
Der Rutenberg
Der Speicherbau entspricht mit einem Durchmesser von ca. 3,5 m dem im Gewann „Grub“ archäologisch nachgewiesenen Speicher. Es ist ein seitlich offener Rundspeicher, bestehend aus 6 Pfosten (Ruten), die vermutlich eine Länge von 4 – 5 m hatten. Je nach Menge der Erntevorräte konnte das Dach höher und niedriger gestellt werden. Die exakte Rekonstruktion war deshalb möglich, weil ein solcher Rutenberg im Oldenburger Sachsenspiegel in Bild und Text überliefert ist. Die Stämme sind handgeschält und ca. 0,50 m tief in den Boden eingelassen. Im slawischen und germanischen Europa war der Rutenberg weit verbreitet, es gibt ihn heute noch in einigen traditionell agrarisch geprägten Regionen (Masuren, Karpaten, Niederlande).
Der Lehmbackofen
Als Vorbild diente der Grabungsbefund in der germanischen Siedlung von Haarhausen in Thüringen. Das Fundament besteht aus Bruchstein, Schotter und Lehm. Der Lehm wurde mit gehäckseltem Stroh und mit Leinöl vermischt und härtete nach dem Trocknen sehr gut ab. Das Fundament hat eine Tiefe von ca. 1 m, davon ist die obere Hälfte sichtbar. Beim Bau der Lehmkuppel wurden mehrere Schichten aus Weidenruten und Jutesäcken übereinander gelegt und jede Schicht mit Lehm bestrichen. Der Kuppelbogen hat eine Dicke von ca. 15 cm. Zum Schutz gegen Regen wurde über dem Ofen ein Dach errichtet.Der Brunnen
Der Brunnen
Archäologisch konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, ob der auf dem alamannischen Siedlungsareal gefundene Brunnenschacht aus einer Holzverschalung oder aus einem Weidengeflecht bestand. Aufgrund der kreisförmigen Verfärbungen im Boden war ein Rundbrunnen wahrscheinlich. Es wurde deshalb eine 4 m lange Röhre aus Holz und Weidengeflecht gebaut, die in das ausgebaggerte Brunnenloch versenkt wurde. Der Grundwasserspiegel lag damals wahrscheinlich bei ca. 2 – 3 m, auf dem Gelände des
Alamannenhofes liegt der Wasserstand heute bei ca. 4 Metern. Über dem Schacht wurde der Brunnen mit einer Drehkurbel zum Herablassen des Wassereimers errichtet und mit einem Dach versehen. Aus Sicherheitsgründen wird der Brunnen mit einem Deckel verschlossen.
Die Töpferwerkstatt
Das Stallgebäude ist archäologisch nicht nachgewiesen, es dient als Töpferwerkstatt. Bei der Errichtung konnten wichtige Erfahrungen hinsichtlich der Herstellung der Lehmflechtwände gesammelt werden. Vermischt mit gehäckseltem Stroh und Leinöl war der Lehm ein vorzüglicher Baustoff. Der in einem großen Behälter mit Wasser angerührte Lehmbrei wurde mit den Füßen durchgetreten. Zwar zeigten sich in der Lehmwand leichte Haarrisse, diese können jedoch mit dünnem Lehmbrei oder mit Kalkputz verschlossen werden.
Die Römerecke
Auch die "Römerecke" ist keine archäologische Rekonstruktion, sondern ein Phantasieprodukt. Wir wollen zeigen, dass die im 4. Jahrhundert n.Chr. einwandernden Germanen sich oftmals in ehemaligen römischen Gebäuden und Siedlungen niedergelassen haben. Die Römer bauten mit Steinen, die Alamannen mit Holz. Die Steinmauer soll die Reste eines römischen Wachtturmes darstellen, nach historischem Vorbild mit dem Rest einer Palisade. Neue Grabungen in der Nähe der Saalburg haben ergeben, dass die Limestürme verputzt und mit einem weißen Kalkanstrich versehen waren. Die Fugen der Quaderung waren mit einer rötlichen Farbe gestrichen. Dies zeigt unsere Demonstrationsfläche an der Turmmauer.
Das Freigelände
Die Kultstätte des Alamannen-Museums (neu)

Vorchristliche germanische Kultstätten sind bisher in Baden-Württemberg archäologisch nicht nachgewiesen. Dennoch wissen wir aus verschiedenen Schriftquellen, dass die in der ehemaligen römischen Provinz eingewanderten Germanen ihre religiösen Vorstellungen mitgebracht haben. Die Kultstätte des Alamannen-Museums Vörstetten wurde nach dem Vorbild einer Rekonstruktion in Thüringen (Oberdorla) nachgebaut. Die Anlage besteht aus einer kreisförmigen Umzäunung, in deren Mitte sich Holzstatuen und Altäre befinden. Eine Schautafel informiert über den germanischen Götterglauben und die Christianisierung der Alamannen nach 600 n. Chr.
Der Schaugarten

Im Schaugarten werden alte Getreidesorten und Kräuter angepflanzt, wie sie zur Zeit der Alamannen bekannt waren.
Bei den Ausgrabungen im Gewann "Grub" werden Pflanzenreste aus der Jungsteinzeit un aus der Völkerwanderungszeit gefunden. Die botanischen Untersuchungen erfolgten im Labor für Archäobotanik des Landesdenkmalamtes in Hemmenhofen.
Mit den botanischen Bodenfunden konnte nachgewiesen werden, dass die Alamannen im 4./5. Jahrhundert n. Chr. die Gartenkultur der Römer übernommen haben. Nachgewiesen sind Linsen, Erbsen und Lein, mediterrane Gewürzpflanzen wie Koriander und römische Kamille, Majoran, Dill und Petersilie, Hopfen, Bohnenkraut, Sellerie, Rübenkohl und Mangold.
Die Alamannen kannten bereits die Kombination von Sommer- und Winterfeldanbau: Roggen als Wintergetreide Gerste,
Einkorn, Emmer und Dinkel sowie Hirse im Sommerfeldanbau. Der Anbau erfolgte als Feld-Gras-Wirtschaft, d.h. brachliegende Felder wurden als Viehweide genutzt. Die Dreifelderwirtschaft setzte sich erst im Hochmittelalter durch.
Bei den frühen Alamannen wurde vor allem die Gerste angebaut. Gerste konnte wegen ihrer kurzen Vegetationszeit schon frühzeitig geerntet werden. Sie war außerdem vielseitig verwendbar für die Herstellung von Brot, Brei und Bier.
Weitere Fotos zum Aufbau des Museums sowie anderes Bildmaterial zum Alamannen-Museum finden Sie HIER
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