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Museumspädagogik
Museumspädagogik
Zielgruppen des erlebnispädagogischen Museumskonzeptes sind alle historisch interessierten Bürger, vor allem aber Schüler, die in ihrem späteren Berufsleben praktische Lernerfahrung benötigen. Dies beginnt spielerisch bei Grundschülern mit dem Erlernen einfacher manueller Fertigkeiten (Lehmtechniken, Getreide mahlen, Brot backen, einfache Schmuckherstellung) und führt weiter bei Haupt- und Realschülern zur Herstellung von Töpferware, Textilien, Pfeil und Bogen, Schmuck und dem Erlernen von Holzgegenständen. Die Schüler erhalten unter der Anleitung von Archäologen und geschulten Helfern die Möglichkeit, an verschiedenen Experimenten teilzunehmen. Sie sollen dabei Kreativität entfalten und selbständig Problemlösungen finden. Die Gymnasiasten schließlich können im Geschichts- und Lateinunterricht die römischen Geschichtsquellen mit den Ergebnissen der archäologischen Ausgrabungen vergleichen und lernen, wie und warum Vorurteile und Feindbilder entstehen. Die „Geschichtswerkstatt Alamannenhof“ steht grundsätzlich allen interessierten Schulen offen.
Was haben die Alamannen von den Römern gelernt? Die archäologischen Ausgrabungen geben vielfältige Hinweise auf intensive Austauschbeziehungen zwischen Alamannen und Römern. Die Dauerausstellung im Museum und die museumspädagogischen Aktivitäten im rekonstruierten Freigelände sollen diese Austauschbeziehungen in den verschiedenen Lebensbereichen erfahrbar und erlernbar machen. Neben der theoretischen Anschauung steht das praktische Machen im Mittelpunkt: Lernen durch Erfahrung.Museumspädagogisches Schwerpunktthema 2011/12:
„Getreide – Vom Korn zum Brot“
Im Schaugarten des Museums konnten in den vergangenen Jahren erfolgreich die „alten“ Sorten Einkorn, Emmer und Dinkel angebaut werden. Über Anbau und Verarbeitungsmethoden von der frühalamannischen Zeit bis heute ist im 1. OG des Museums eine Ausstellung zu sehen, die sich an Kindergärten und Schulen, aber auch an interessierte Erwachsene richtet.
Themen der Ausstellung:
- Die Getreidesorten im Schaugarten
- Anbau und Verarbeitung in der Vergangenheit
- Getreidefunde der Archäologen
- Historisch-archäologischer Exkurs: die „Neolithische Revolution“
- Jungsteinzeit und Alamannenzeit im experimentellen Vergleich
Die Führungen und Kurse zum Thema beginnen im Dezember 2011 (Anmeldung freitags von 10 – 15 Uhr, Vorbesprechung erforderlich)
Ferienkinder im Alamannen-Museum (2011)
2. Klasse der Grundschule Herrischried mit ihrer Lehrerin Heide Weber
Werkrealschüler im Alamannen-Museum
Wie lebten die Alamannen vor 1.600 Jahren bei uns am Oberrhein? Wie haben sie sich ernährt und gekleidet? Wie war ihre Beziehung zu den Römern auf der anderen Rheinseite? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt einer Zeitreise in die Vergangenheit, die rund 40 Werkrealschüler der 6. Klasse der Fritz-Boehle-Schule in Emmendingen unter der Gesamtleitung von Frau Rau und Frau Braun, im Alamannen-Museum Vörstetten erlebten.
Museumsgründer Prof. Köser führte die Schülerinnen und Schüler in die Zeit zwischen Spätantike und Frühmittelalter. Die archäologischen Ausgrabungen der frühalamannischen Siedlung und die Rekonstruktion des Alamannenhofes auf dem Freigelände fand das Interesse der Schüler ebenso wie die Erlebnispädagogik: alte Getreidesorten dreschen, Drechseln auf der Spannbogen-Drechselbank, Getreide mahlen mit dem Mörser und mit der römischen Handmühle. Höhepunkt war nicht nur für die Jungens die Schlacht bei Straßburg im Jahr 357 n. Chr., über deren Verlauf der römische Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus berichtet. Im Spiel konnten die Schüler sich als Alamannen und Römer verkleiden und die historische Szene darstellen – Geschichtsunterricht als erlebte Vergangenheit. Abschließend wurde gemeinsam mit der Lehrerin Helga Költzner ein Erntekranz geflochten, der auf dem Museumsgelände beim Schaugarten zu sehen ist.
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